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Über den Ring

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Das Land und das Fürstenhaus Liechtenstein

Das Fürstentum Liechtenstein liegt zwischen den schweizerischen Kantonen Graubünden und St. Gallen und dem österreichischen Bundesland Vorarlberg. Mit 160 qkm Fläche ist es der viertkleinste Staat der Erde. Liechtenstein zählt ca. 37.000 Einwohner in elf Gemeinden. Die Bevölkerung ist alemannisch-romanischer Abstammung und spricht einen alemannischen Dialekt. Amtssprache ist Deutsch.
Das Fürstentum Liechtenstein ist gemäß Verfassung vom 5. Oktober 1921 eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage. Die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volke verankert.
Die Urspünge des Hauses Liechtensteins lassen sich in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Der Stammsitz ist die Burg Liechtenstein bei Maria Enzersdorf, südlich von Wien. Im 17. Jahrhundert wurde das Geschlecht in den Fürstenstand erhoben. Um in den Reichsfürstenbund aufgenommen zu werden, kaufte Fürst Hans Adam I. Die reichsunmittelbaren Grafschaften Schellenberg (1699) und Vaduz (1712), die 1719 von  Kaiser Karl VI. zum Fürstentum Liechtenstein vereinigt wurden. Der jetzt regierende Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein ist verheiratet mit Marie Gräfin Kinsky, die 4 Kinder haben. Ältester Sohn und damit Erbprinz ist Prinz Alois, geboren 1968.
Am 23. Januar 2019 feierte das Fürstentum Liechtenstein sein 300-jähriges Bestehen. Mit der Sondermarke „300 Jahre Liechtenstein“ (Wertstufe CHF 6.30) leistete die Philatelie einen exklusiven Beitrag zu diesem historischen Tag. Erstmals in der Geschichte gibt sie ein gesticktes Wertzeichen heraus. Die Jubiläumsmarke ist selbstklebend und präsentiert sich in Form des Fürstenhutes. Gefertigt wurde sie von der Stickerei Hämmerle & Vogel in Lustenau (A).


Ersttagsbrief im Inland per Einschreiben mit Inlandskodierung, Ersttags-Sonderstempel,
Einheitspreis für Inlands-Einschreiben 6.30 CHF, portogerecht.

Der Ring der Liechtensteinsammler e.V., kurz RLS, ist ein überregionaler Verein zur Förderung der Liechtenstein Philatelie.
Der 1. August 1930 gilt als Gründungsdatum des Rings der Liechtenstein-Spezialsammler, wie er sich damals nannte.
Gründer des Rings waren die Herren Hans Grom-Arnold, Luzern, und Werner Voß, Meiningen. Für den Anfang war Hans Grom Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer in einer Person. Als Vereinsorgan wurde die Briefmarken-Rundschau gewählt, wohl weil Werner Voß als Gründer des Rings zugleich Schriftleiter dieser Zeitung war. Der Jahresbeitrag wurde auf 6 Schweizer Franken festgelegt. Im Jahr 1931 wurde die erste Mitgliederliste veröffentlicht.
Wenig später übernahm der zu diesem Zeitpunkt 30-jährige Rudolf Otto auf Bitte des damaligen Vorsitzenden Hans Grom und anderer Mitglieder die Ringleitung. Noch im Mai 1931 versandte Rudolf Otto einen ersten Kartengruß an die Mitglieder. Am 8. Juni 1931 folgte der zweite Rundbrief. Er regt die Schaffung eines Neuheitendienstes für die Ringmitglieder an, ruft zur Beteiligung an der „Abteilung Liechtenstein“ der neuen Ausgabe des Spezialkatalogs der Berner Briefmarkenzeitung auf und bittet um aktive Beteiligung aller Ringmitglieder am Ringgeschehen.
Die Initiativen von Rudolf Otto waren von Erfolg gekrönt. Bereits im 4. Rundbrief vom 1. August 1931 konnte er die Einrichtung eines Neuheitendienstes verkünden, der zunächst von Traugott Roth, später dann von Walter Feger übernommen wurde. Gleichzeitig regte Traugott Roth die Einrichtung eines Rundsendedienstes an, der schon bald mit Hans Weickel als Rundsendeleiter eingerichtet wurde. Neues Mitteilungsblatt wurde zunächst die „Internationale Briefmarkenbörse Liechtenstein, Dornbirn“, später die „Phila-Post Vaduz“. Diese Entscheidung, aber auch intensive Werbung und die Auflage eines Werbeprospekts für den Ring, der in Zusammenhang mit der Landesausstellung 1934 herausgegeben und von der Verkaufsstelle für Postwertzeichen in Triesenberg den Sendungen an ausländische Besteller beigelegt wurde, führte zu einer stetig steigenden Mitgliederzahl, die sieben Jahre nach der Gründung des Rings auf 85 Ringfreunde angestiegen war. Dies, obwohl der Rundsende- und Zahlungsverkehr über die Landesgrenzen hinaus durch die strengen deutschen Devisenbestimmungen ab 1934 immer schwieriger wurde.
Das Jahr 1938 spielt in der Vereinsgeschichte des Rings eine besondere Rolle. Das nationalsozialistische Regime in Deutschland hatte in den vergangenen Jahren immer intensiver Einfluss auf die Tätigkeit von Vereinen genommen; davon waren international tätige Vereine wie der Ring besonders betroffen. Diese Entwicklung war sicher wesentlich dafür verantwortlich, dass die bereits 1936 von Eduard Trümpler gegründete Schweizer Sektion des Rings bei der Mitgliederversammlung am 1. Mai 1938 in Zürich geschlossen aus dem Ring austrat und einen eigenen Verein gründete, den Verein der Liechtensteinsammler (VLS). Es waren 38 schweizer und liechtensteiner Mitglieder, die aus dem Ring austraten und denen später weitere Mitglieder aus anderen Ländern folgten. Am 15. September 1938 hatte der VLS bereits mehr als 60 Mitglieder.


22.11.1938: Werner Voss informierte die Mitglieder über seine Absicht für die Ringmitglieder
80 Postkarten zu 10 Rp mit dem Aufdruck „Drucksache“ versehen zu lassen. Die Post wies
jedoch die Karten mit dem Vermerk zurück, dass auf amtlichen Karten kein Überdruck
aufgebracht werden dürfte. Deshalb wurden sie mit 10 Rp nachfrankiert und so befördert.
Quelle: RLS-Mitteilungen, Heft 1. März 2019

Der 1938 neu gewählte Ringleiter Werner Voß war zunächst sehr aktiv, der 2. Weltkrieg schränkte die Aktivitäten im Ring aber drastisch ein. So erschienen 1940 nur noch zwei interne Rundschreiben, 1941 ein Rundbrief. Es ist Helmut Gold zu verdanken, der den Ring von 1943 bis 1951 leitete und in dieser schweren Zeit versuchte, wieder Leben in den Ring zu bringen.
Im Jahr 1951 wurde die Ringleitung von Heinrich Schlemmer aus Köln übernommen. Auf ihn ist die Umbenennung des Rings der Liechtenstein-Spezialsammler in Ring der Liechtenstein-Sammler zurückzuführen. Diese Umbenennung ist erstmals im Rundbrief Nr. 3 vom 4. 12. 1951 dokumentiert und diente dazu, einen größeren Kreis von Sammlern für die Liechtenstein-Philatelie zu gewinnen. Heinrich Schlemmer gelang es 1956 erstmals nach dem Krieg wieder ein Ringtreffen in Vaduz während der 6. Liechtenstein-Ausstellung zu organisieren. Am 1. Januar 1959 übernahm Dr. Bertrand Adams den Vorsitz des Rings. Als 1960 das 30-jährige Bestehen des Rings in Köln mit einer Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum gefeiert werden konnte, hatte die Zahl der Mitglieder bereits stark zugenommen.
Nach dem Tod von Dr. Adams im Jahre 1962 übernahm ab 1. Januar 1963 Gustav Betschinger aus Reutlingen die Leitung des Rings. Zusammen mit Dr. Gerhard Dittrich und Karl Luberger initiierte er das sogenannte Spezial-Abonnement, mit dem allen Ringmitgliedern philatelistische Besonderheiten zugänglich gemacht wurden, die nicht von der Postwertzeichenstelle bezogen werden können. Die herausragende philatelistische Leistung von Gustav Betschinger war jedoch die Planung und Realisierung des Liechtenstein-Handbuchs. Dieses im Eigenverlag des Rings erscheinende Werk, das von zahlreichen Ringmitgliedern erarbeitet wurde in Loseblattform herausgegeben, umfasst derzeit mehr als 6.900 Seiten (Stand: Februar 2021) ist jetzt digital abrufbar und steht allen MItgliedern kostenlos zur Verfügung. Neben Gustav Betschinger hatten Erwin Neuhold und Karl-Heinz Bauer als Handbuch-Sachbearbeiter wesentlichen Anteil an diesem Standard-Werk der Liechtenstein-Philatelie. Die digitale Form des Handbuch wird heute von einem Team um Josef Funk erarbeitet und veröffentlicht.
Im Jahre 1974 übernahm Hans-Werner Gabriel das Amt als 1. Vorsitzender des Rings von Gustav Betschinger und leitete den Ring für mehr als ein Vierteljahrhundert. In seine Amtszeit fielen das 50-jährige und das 60-jährige Jubiläum des Rings.



Dabei führte er einerseits die philatelistische Arbeit von Gustav Betschinger in Teamarbeit mit zahlreichen Ringfreunden konsequent fort. Andererseits gelang es ihm als Rheinländer, die gesellschaftliche Komponente im Ringgeschehen mit Humor und Geselligkeit stärker in den Vordergrund zu rücken. Der Wunsch von Rudolf Otto nach einer „aktiven Ringfamilie“ wurde Wirklichkeit. Der Ring zählte im Jahre 1987, 75 Jahre nach der Ausgabe der ersten liechtensteinischen Briefmarken, als größte Vereinigung von Liechtenstein-Philatelisten über 700 Mitglieder in 14 Ländern der Erde. Hans-Werner Gabriel hat zudem in seiner Amtszeit den Kontakt und die Zusammenarbeit mit den amtlichen Stellen in Liechtenstein aktiv gesucht und gepflegt. Auf diese Weise konnte die Förderung der Liechtenstein-Philatelie zum Wohle aller Beteiligten auf eine breite Basis gestellt werden.



Noch während der „Ära Gabriel“ wendete sich der Trend und die Zahl der Mitglieder nahm – wie in anderen Philatelisten-Vereinen – auch im Ring stetig ab. Heute zählt der Ring nur noch knapp 400 Mitglieder.
So ist es auch die zentrale Herausforderung für Dr. Heinz Rennenberg, der im Jahr 2001 die Nachfolge von Hans-Werner Gabriel als 1. Vorsitzender des Rings antrat, den sinkenden Mitgliederzahlen entgegen zu wirken.


Sonderumschlag der Gemeinde Vaduz „75 Jahre Ring der Liechtenstein-Sammler e.V.“ mit
Sonderstempel „75 Jahre Postmuseum in Vaduz“ vom 12. August 2005

Dafür weist der Ring nach wie vor ein großes Leistungspotential auf. Die Schriftenreihe des Rings ist auf 16 Publikationen angewachsen und wird weiter fortgeführt; viermal im Jahr erscheint die größtenteils farbig illustrierte Vereinszeitschrift des Rings, die „Ring-Mitteilungen“, in der auf jeweils bis zu 52 Seiten neben den Vereinsnachrichten vor allem Artikel zur Liechtenstein-Philatelie, Meldungen aus Liechtenstein und Arbeiten zur Landeskunde sowie zur Geschichte des Fürstentums Liechtenstein zu finden sind. Der Ring bietet seinen Mitgliedern vereinsinterne Auktionen an. In ganz Deutschland finden regelmäßig regionale Ringtreffen statt, dazu einmal im Jahr ein Ferientreffen in Triesenberg und alle drei Jahre die Generalversammlung, die in den letzten Jahrzehnten auf Wunsch der Mitglieder ebenfalls in Liechtenstein durchgeführt wurde. Derzeit werden die neuen Medien für den Ring erschlossen, um den Verein auch für die Jugend attraktiver zu machen. Die Autoren sind zuversichtlich, dass mit diesen Leistungen die Begeisterung für die Liechtenstein-Philatelie – trotz sinkender Bedeutung der Briefmarke im Postwesen – auch in Zukunft weitergegeben werden kann.

Wer näheres über eine Mitgliedschaft beim Ring erfahren möchte, wende sich über den Button KONTAKT an den Ring oder in einem Brief / Postkarte an den 1. Vorsitzenden Dr. Heinz Rennenberg, Seilerweg 41, 79108 Freiburg oder an die Geschäftsstelle des Rings, geleitet von Thomas Edtmaier, Landskroner Weg 32, 73033 Göppingen oder per mail an mail@liechtensteinsammler.de.

Thomas Edtmaier / Reinhard Kamps im Dezember 2020
 
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